Freitag, 15. Juni 2012

#191 Curry-Up im schwarzen Pferd

Die Mexikaner können Eines besonders gut.. Nicht-Können.
 Konktreter : Sie schaffen es, jegliche Form ausländischen Essens, zu verhunzen. Ungelogen...

Sushi, generell asiatisches Essen schmeckt hier in der Regel grauenvoll. Doch ein Glück,dass es so Leute wie Ryan gibt. Ryan war mein Arbeitskollege im Job hier. Er ist Brite und kam irgendwann auf die grandiose Idee einen British-Hindu-Food Bringdienst hochzuziehen, da er leidenschaftlicher Hobby-Koch ist.
Zusammen mit Alex einem weiteren italienischen Ex-Arbeitskollegen von mir, bekocht er also die armen, nach Curry und gutem auslädischen Essen lechzenden Bewohner der Colonia Condesa, wie Roma =D Sollte also irgend ein Deutsch-sprechender in Mexico-City lebender Leser hierrüber stolpern (und das möglichst zeitnah zu diesem Post), so sollte er definitiv Ryans wunderbare Currys probieren. Finden kann man Curry-Up auch bei Facebook.




Zum EM Spiel England vs. Sweden war also angedacht, dass Curry-Up das Catering macht. Natürlich habe ich mich gleich vor-angemeldet weil der liebe Ryan sogar eine vegane Variante seines Currys im Angebot hat. Losgehen sollte es um 13.00.
 Ich verließ das Haus eher weniger zeitig um 13h in der Hoffnung ich würde so gegen 13.30-14.00 ankommen. Doch .. ich wäre nicht in Mexico-Stadt, wäre dieser Plan tatsächlich aufgegangen.

Zu aller erst brauchte ich schon allein eine Stunde, um zum Metro Torreo zu kommen. Dort ging erstmal Nichts und es stellte sich heraus, dass keine Züge fuhren. Warum ließ sich nicht rausfinden. Durchsagen gab es zwar aber wenn die Lautsprecher am anderen Ende der Halle sind und obendrein auch noch zu nix taugen, fällt es schwer da auch nur ein Wort zu verstehen. Es gingen jedoch Vermutungen um, es hätte sich evtl. "mal wieder" jemand vor nen Zug geworfen.

Nach 20 Minuten sinnlosem Rumstehen beschloss ich wie die meisten Anderen, mit den Mikros zu fahren.
Also wieder ans andere Ende des Bahnhofs Treppe hoch und dort wieder eine eeelendig lange Schlange.

Nach gut 15 weiteren Minuten dann ein Sitzplatz im Camion. Jippieh. In vollen Camiones stehend auf Mexikos Straßen ist das ungemütlichste und einfach nur uncoolste, was man sich vorstellen kann.

Gefahren bin ich bis San Cosme. Hauptsache in Richtung Stadt. Von dort aus dann eine Irrfahrt mit dem Taxi durch die Straßen der Condesa. Der Fahrer verplante dabei selber so viel und erließ mir 20 Pesos von den 70 angezeigten, da er mir Anfangs noch gesagt hatte es wären nur 15-20 pesos haha. Ja so kriegt man Kundschaft ins Taxi ..

So, ihr werdet euch jetzt sicher Fragen wie lang ich gebraucht habe um an meinem Ziel anzukommen...


V       I        E       R         (!)


 STUNDEN  !

Das sind so die Momente in denen ich Mexiko verfluche.


Im Black Horse angekommen die entscheidende Frage an den Kellner : Todavia hay curry???! " ("Gibt es noch Curry?"

  "No, ya no hay". War die Antwort.

Ich glaube man muss kein Spanisch können, um das zu verstehn.. Und auch glaube ich, muss ich nichts Weiteres erläutern. Weder zu meiner Gefühlslage in dem Moment, noch zu dem Loch in meinem Magen.

Nochmal trat ich also an den Kellner heran: "Sagmal.. ist Ryan hier irgendwo ? "
  "Der Kerl mit der Brille?"    
 "JA, genau DER!" 
  "Ah der ist in der Küche!" .. ahja.. und die wäre wooooo ?
In der Küche fand ich ihn und Alex dann auch .. Mit knurrendem Magen steh ich da also stammelnd : "I'm so sorry Ryan .. the metro was out of service and .. ohhh goshh I MADE 4 HOURS to get here "§$(§%U(W)"=§(%$I§  4!!!!!!!
 and that waiter told me there was no curry anymore ?!!"   Mit einem Blick aus Bedauern, Verzweiflung und Hunger.

Und dann die erlösenden Worte:

"haaay how have u been Betty? Nice to see you! Don't worry... we kept some for you."

<3  !

Ich sag euch mein Magen und ich waren in diesem Moment die glücklichsten (insert Wort - passend zu mein Magen und ich- here) der Welt =D. 

Während ich also am Küchenfenster saß und mich über das Curry hermachte, erzählten die beiden, was alles schief gelaufen war.
Sie hatten ihre eigenen Töpfe und Pfannen nicht mitgenommen und die Ausstattung vor Ort benutzt. Nur offensichtlich gab es da eine chemische  Reaktion mit der Säure der Tomaten und dem Aluminium der Pfannen woraufhin sie die Hälfte des Essens wegschmeissen konnten.
Die andere Hälfte (oder sogar noch weniger) wurde an die Leute verschenkt, statt verkauft. Insgesamt also ziemlich ungünstigst gelaufen für die beiden, da sie mit der ganzen Aktion eben Geld verloren haben. 

Ryan war geknickt und der Meinung alle hätten das Essen schrecklich gefunden. Ich wies ihn zig mal darauf hin, dass alle aufgegessen und ihn sogar noch gelobt hatten und wie glücklich ich selber über das Curry war und wie lecker es denn sei ( was es auch war!), konnte ihm aber leider nur ein "at least one happy customer" abgewinnen.

Nachdem alles zusammengepackt war und wir aus dem Lokal geflüchtet, begleitete ich  R. noch auf ein Paar "Chelitas" mit seinen Englischen "Mates".

Es war überaus lustig und ich habe einiges gelernt an diesem Abend:
Die Engländer sind ein lustiges und trinkfreudiges Volk.

 Außerdem bin ich nicht rude, weil ich noch so unsicher mit den Umgangsformen bin und statt "I beg your pardon"  "huh?" sage ..
Nein, nein - ich bin "too forward" ... 

Desweiteren gelernt habe ich, dass Briten ja schonmal viel bessere Umgangsformen, als Amis, Australier und CO haben und diese wiederum alle nur Rüpel sind.

Und ich habe festgestellt, dass ich mein Englisch verbessern möchte. Auch wenn mir die ganze Zeit über versichert wurde, dass mein Englisch doch sehr gut sei.

 Ja .. klar .. wahrscheinlich sehr gut, verglichen mit dem der Mexikaner...


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